Astro-Trotter 8, März 2001
Höhepunkte der Astronomie, Wissenschaft und Technik im alten und modernen China
China schließt zur internationalen Astronomie auf und arbeitet in
internationalen Gremien mit. Projekte für Großteleskope im eigenen Land
sind im entstehen. Kein anderes Schwellenland in der Welt verfügt über
soviele Großsternwarten wie China.
Astronomie - die kulturelle Herausforderung in China
Die über fünftausendjährige Astronomiegeschichte Chinas kennenzulernen
fasziniert Astronomen in aller Welt. Die Astronomiehistoriker
beispielsweise nutzten Aufzeichnungen von Kometen, um die Bahn des
Halleyschen Kometen aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu berechnen,
damit die Sonden 1986 den Kometen genau ansteuern konnten.
Diese Studienreise vertieft die Kenntnisse über historische und moderne
Astronomie in China und führt von den historischen Sternwarten in Dengfeng
und Peking hin zum modernen 2 m-Teleskop in Xinglong. In Gesprächen mit
führenden Astronomen lernen Sie Chinas eigenen Weg zur Astronomie kennen
und verstehen.
Wissenschaft zwischen Moderne und Vergangenheit
Voraussetzung für wissenschaftliche Leistungen sind Kenntnisse und
Fähigkeiten in Technik und Technologien. Der Reiseweg führt uns an
zahlreichen Beispielen vorbei. In Peking finden wir eine imposante
Bauarchitektur mit perfekten Holzkonstruktionen wie im Himmelstempel,
dessen 38 m hoher Rundbau ohne einen einzigen Nagel errichtet wurde.
Berühmt sind auch die Gebäude der Verbotenen Kaiserstadt, die heutzutage zu
Museen gestaltet wurden. Mehr und mehr Hochhäuser und Wolkenkratzer prägen
die Architektur des modernen Pekings im Stadtzentrum.
In Xian besichtigen wir die Terrakotta-Armee des ersten chinesischen
Kaisers und lernen die Technik kennen, mit der die aus Ton gebrannten
Krieger hergestellt wurden.
In Nanyang werden wir viel über den Wissenschaftler Zhang Heng (78-139)
erfahren. In seiner Heimatstadt, wo auch sein Grab besichtigt wird, erfand
er den Seismographen und den Himmelglobus. Er wirkte außer in der
Astronomie und Erdbebenforschung in den Gebieten Maschinenbau, Literatur
und Kunst.
In Fabriken werden heutzutage traditionelle Techniken für Textilien und
Stickerei weitergepflegt. Bei Besichtigungen erfahren wir mehr über
Maltechniken, Schriftkunst und Porzellan.
Magnete sind in China seit dem 4. Jahrhundet v. Chr. bekannt. Den
Handelsschiffen auf den Meeren wiesen sie ca. ab 850 n Chr. die Richtung
nach Ostafrika, Australien und Philippinen. In Europa ist der Kompaß nicht
vor 1190 nachweisbar.
Landwirtschaftliche Maschinen bildeten die Voraussetzung zur Entwicklung
eines intensiven Ackerbaus. Der chinesische Pflug läßt sich variabel auf
die gewünschte Tiefe der Furchen einstellen. Außerdem besitzen sie
Streichbretter, die die aufgepflügte Erde sauber umwendeten und die
Bodenreibung verringerten, so daß der Pflug statt von einem Gespann aus
mehreren Ochsen meist von einem Tier allein gezogen werden kann.
Die chinesische Medizin ist sanft, aber wirkungsvoll. Sie erfüllt alle
wichtigen Anforderungen an eine wissenschaftliche Heilkunde. Nach ihrem
Verständnis regiert im Universum das Prinzip von Yin und Yang. Dazu gesellt
sich die Lehre von den fünf Wandlungsphasen. Jeder Geschmack ist einer
Wandlungsphase und damit einem Funktionsbereich zugeordnet.
Kältekrankheiten werden durch heiße Medikamente behandelt, die süß
schmeckenden Medikamente stärken das Qi. Der Arzt Li Shizhen (1518-1593)
erstellte einen Katalog von 1892 Arzneien und 10000 Rezepturen.
Reiseforum 2001
* 20.-22.4.2001 Himmelsbeobachtungen von der Volkssternwarte Kirchheim aus:
Wir sind ein Wochenende zu Gast auf der VdS-Sternwarte. Die Instrumente der
Sternwarte können wir für unsere amateurastronomischen Beobachtungen
nutzen. Zur Abrundung des Reiseprogramms besuchen wir tagsüber die
astronomischen Stätten in Gotha und Erfurt.
* 6.-11.5.2001 Auf den Spuren von Copernicus: eine Schülerfahrt nach Polen.
* 12.-13.5.2001 Radioteleskop in Effelsberg: das Max-Planck-Institut für
Radioastronomie feiert das 30jährige Bestehen des Radioteleskop in
Effelsberg mit einem Tag der Offenen Tür. Wir sind dabei und wollen die
Stufen des Teleskops bis oben hin erklimmen, da das Teleskop an dem Tag
außer Betrieb ist.
* 8.-10.6.2001 Raumfahrttage in Morgenröthe-Rautenkranz: 40 Jahre bemannte
Raumfahrt - 20 Jahre Space Shuttle: Teilnahme an den 5. Raumfahrttagen. Ein
umfangreiches Vortrags- und Besichtigungsprogramm erwartet die Teilnehmer.
Mehrere Astronauten und Kosmonauten werden anwesend sein.
* 11.-25.6.2001 Expedition nach Nambia und Sambia mit Beobachtung der
totalen Sonnenfinsternis am 21.6.2001: Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem
Extraprospekt.
* 28.-30.6.2001 Tage der Schulastronomie: Die Sächsische Akademie für
Lehrerfortbildung veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift
ASTRONOMIE+ RAUMFAHRT im Unterricht und der Schulsternwarte Sohland die 15.
Tage der Schulastronomie.
* 13.-15.7.2001 Astronomisches Wochenende in München: Der Astronomischen
Abteilung des Deutschen Museums in München, seiner Sonnenuhrenausstellung
und vielen weiteren physikalischen Ausstellungsobjekten wollen wir uns
widmen. Zusätzlich werden wir auch die Forschungseinrichtungen im
nahegelegenen Garching und die astronomischen Einrichtungen der
Universitätssternwarte besichtigen.
Sie schlummern im Verborgenen, die Kleinodien der Astronomie: Globen,
Uhren, Teleskope, Himmelskarten, Sonnenuhren, KometenflugblätterBücher,
Grafiken, usw. Etwas soll der Zipfel des Vergessenen gelüftet werden, wenn
wir den Tag im Museum verbringen.
* 27.-29.7.2001 Exkursion im Meteoritenkrater Nördlingen: Fahrt zu den
interessantesten geologischen Stätten im Meteoritenkrater Nördlingen.
Besichtigung des Rieskratermuseums Nördlingen. Sowie ein Abstecher nach
Oberkochen zum Optischen Museum und zum Krater Steinheim.
* 12.-28.8.2001 Höhepunkte der Astronomie, Wissenschaft und Technik im
alten und modernen China: Einzelheiten zum Reiseprogramm siehe vorne.
* 7.-9.9.2001 Deutsches Synchrotron (DESY): Ein Besuch in Hamburg bei
DESY. Zusätzlich erleben wir viele sehenswerte astronomische und
physikalische Institute und populärwissenschaftliche Einrichtungen. Auf
der "Norddeutschen Schiene" wollen wir u.a. bis Bremen und Hannover fahren.
* 3.-7.10.2001 Europäisches Labor für Teilchenphysik (CERN): Fahrt nach
Genf zum Teilchenbeschleuniger. Die neue "Superschleuder LHC" liegt
unterirdisch und reicht bis in das Alpenvorland.
* 15.-28.10.2001 Polarlichtfahrt mit der Hurtigrute entlang der
norwegischen Küste: Die aktive Sonne beschert uns Polarlichter von bunter
Schönheit. Siehe Astrotrotter 6.
* 19.-21.10.2001 Zwischen Freiburg und Straßburg: Besichtigung
astronomischer Institute und des Meteoriten von Ensingheim.
* 30.11.-2.12.2001 Wiedersehentreffen: dieses Jahr in Potsdam: Alle
Teilnehmer an früheren Reisen sind nach Potsdam eingeladen. Bitte berichten
Sie von ihren Reiseerfahrungen und zeigen Sie Bilder von den Reisen.
Interessenten und Erstteilnehmer an zukünftigen Reisen sind zu dem Treff
ebenfalls herzlich eingeladen. Selbstverständlich, daß wir am Freitag im
Begleitprogramm die wissenschaftlichen Institute Potsdams besuchen werden.
Reisevorschau 2002
* Auf den Spuren von Newton in Großbritannien
Diese Reise führt zu den Wirkungsstätten von Newton mit Schwerpunkten in
London und Cambridge. Aber auch ein Besuch in Stonehenge ist eingeplant.
* Auf den Spuren von Tycho Brahe und Ole Römer in Schweden und Dänemark
Entlang der Ostseeküsten führen die astronomiehistorischen Interessen via
Rostok über die Insel Ven und Kopenhagen.
* Großsternwarten in Chile
Chile entwickelt sich zum Eldorado der Astronomen. Es existieren mehrere
internationale Großsternwarten. Wir besichtigen auch das neueste 8,2 m
Riesenteleskop (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem Paranal.
Auf dem Berg La Silla existiert bereits seit 20 Jahren eine ESO-Sternwarte,
deren Gebäudezahl sich zu einem "Wald von Sternwartenkuppeln" entwickelte.
Das größte Instrument ist das New Technology Telescope (NTT) mit aktiver
Optik und drehbarem Kuppelgebäude. Auch diese Sternwarte werden wir
besichtigen.
Auf der Sternwarte Armazones, in der Nähe der ESO-Sternwarte Paranal
gelegen, steht Reiseteilnehmern ein 70 cm Spiegelteleskop für eigene
Beobachtungen zur Verfügung. An mehreren Nächten beobachten wir damit Deep
Sky Objekte am südlichen Sternenhimmel. Übernachtet wird auf der Sternwarte.
Auch der Platz für ALMA, dem neuen radioastronomischen Großprojekt in der
Nähe von San Pedro de Atacama, wird besichtigt.
* Per Schiff zu den Sternen!
... und wir nehmen ein Teleskop mit an Bord. Auch die Freizeit kommt nicht
zu kurz. Bei dieser speziellen Reise überwiegt das Motto "der Weg ist das
Ziel". Diese Reise bietet eine Hausbootfahrt auf südfranzösischen Kanälen
zu Sternwarten und anderen astronomisch interessanten Orten.
* Zur totalen Sonnenfinsternis am 4.12.2002: Diesmal beträgt die maximale
Finsternisdauer 2 Minuten. Sichtbarkeit vom südlichen Afrika bis nach
Australien.
Eckehard Schmidt
[ zum Seitenanfang ]